Bösendorfer – ein Wiener Original

by_GryffindorWien gilt als ein wahrer Schmelztiegel der musikalischen Hochkultur in Österreich. Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Liszt sind nur einige der namenhaften Musiker, die fest mit der österreichischen Hauptstadt verbunden sind. Doch nicht nur die Musiker zeichnen die Stadt aus – sondern auch die Instrumente. So ist Wien auch die Heimat einer der bekanntesten und angesehensten Pianomanufakturen der Welt: Bösendorfer.

„Der Klang der berührt“

„Der Klang, der berührt“ ist das Motto der Pianomanufaktur Bösendorfer in Wien. Der Ton der Instrumente soll individuell sein und den Hörer mit seiner herausragenden Feinheit und Fülle berühren. Dies sind hohe Ansprüche – denen Bösendorfer unter allen Umständen gerecht werden will. Dabei können die musikalischen Handwerker auf eine lange Unternehmenstradition zurück blicken.

1828 übernahm der Firmengründer Ignaz Bösendorfer die Klavierwerkstatt seines Lehrmeisters und begann, unter eigenem Namen Instrumente herzustellen. Die hohe Qualität seiner Flügel und Klaviere sprach sich schnell herum – besonders ab dem Punkt, an dem ein Bösendorfer Flügel dem sehr kräftigen Klavierspiel Franz Liszts Stand hielt. Der Musiker war dafür berüchtigt, Flügel durch sein impulsives Spiel zu beschädigen.

Kammerlieferant des Kaisers

Foto: Rainer Sturm / pixelio.deElf Jahre später, 1839, verlieh Kaiser Ferdinand I. Bösendorfer als erstem Klaviermacher überhaupt den Titel eines „k.k.Hof-Fortepianomachers“. 1858 kam dabb die Ernennung zum Kammerlieferanten des Kaisers. Ludwig Bösendorfer, der Sohn des Firmengründers, folgte seinem Vater nach und führte die Geschäfte weiter. Er bestätigte sich auch als Kunstmäzen und festigte weiter die persönlichen Beziehungen zu Künstlern.

1869 wurde dem Unternehmen eine besondere Ehre zuteil, als Österreichs Kaiser Franz Joseph I. der Kaiserfamilie von Japan einen Bösendorfer Flügel zum Geschenk machte. In Tokio spielte ein Mitglied der österreichischen Delegation einen Walzer und eine Polka von Johann Strauß für den hinter einem Vorhang lauschenden Tenno. Dieser war von seiner ersten Erfahrung mit westlicher Musik angeblich so hingerissen, dass er um eine Zugabe bat.

Wechselnde Besitzer und Schritt in die Moderne

zyxwodron / pixelio.deDer Innovationsgeist und der Wille zur technischen Perfektion ließen das Unternehmen über die Jahre immer weiter wachsen. In vielen Königshäusern, Konzertsälen und Musikerateliers des 19. Jahrhunderts fanden sich Bösendorfer-Flügel aus Wien. Doch gab es auch Rückschläge: So zehrten beide Weltkriege sehr an dem Traditionsunternehmen, dass erst nach Ende des zweiten Weltkriegs langsam wieder auf die Beine fand. 1966 ging Bösendorfer an die Börse und wurde von einer amerikanischen Firma übernommen. 2001 kehrte das Traditionsunternehmen durch den Kauf der Bankengruppe BAWAG/PSK nach Österreich zurück. 2008 schließlich kaufte der japanische Konzernriese Yamaha die Pianomanufaktur. Doch hat unter wechselnden Besitzern die Qualität nicht gelitten. Ganz im Gegenteil: 2002 wurde dem Unternehmen aufgrund seiner Leistungen für die österreichische Wirtschaft vom Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit das Österreichische Bundeswappen verliehen.

Mehr Informationen zur Manufaktur Bösendorfer und den Instrumenten gibt es im Internet auf der Homepage des Unternehmens.

Fotos: Gryffindor, Rainer Sturm / pixelio.de, zyxwodron / pixelio.de

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