Berühmte Österreicher – Hermann Gmeiner

Hermann Gmeiner wurde 1919 in Vorarlberg in Österreich geboren und ist der Begründer der SOS-Kinderdörfer, die mittlerweile in über 130 Ländern betrieben werden und die zur Heimat tausender verwaister oder sozial benachteiligter Kinder geworden sind.

Gmeiners Leben

Hermann Gmeiner wurde als sechstes Kind einer Bergbauernfamilie in Alberschwende in Vorarlberg geboren. Bereits mit 5 Jahren starb seine Mutter, so dass die älteste Schwester Elsa die Verantwortung für die Familie übernahm. Obwohl er sehr unter dem Verlust seiner Mutter litt, fand er in seiner fürsorglichen Schwester einen tröstenden Ersatz. Noch während seiner Zeit als Gymnasiast in Feldkirch wurde Gmeiner 1940 zum Kriegsdienst eingezogen, in dessen Verlauf er das Leid vieler Menschen in Finnland Russland und Ungarn am eigenen Leib erfahren musste. Und auch in der Heimat zurück, ließ ihn das Schicksal zahlreicher Kriegswaisen nicht mehr los- die Idee und das Bedürfnis anderen Kindern ein Stück ihres Schicksals abzunehmen wuchs in ihm. So kam es, dass er 1949 sein Medizinstudium aufgab um sich voll und ganz der Errichtung der ersten SOS-Kinderdörfer widmen konnte.

Die SOS-Kinderdörfer

Mit einer Handvoll Häusern fing alles an. Die Leitidee hinter seinem Projekt war geprägt von seiner eigenen Geschichte: ein Dorf, „Geschwister“  und eine „Dorfmutter“ sollten  verwaisten oder sozial benachteiligten Kindern ein neues Zuhause und Fürsorge schenken. Fast ohne jedes Kapital, nur unterstützt von Spenden und dem Entgegenkommen der Tiroler Gemeinde, schaffte Gmeiner es an Weihnachten im Jahr 1950 das erste SOS-Kinderhaus in Imst in Betrieb zu nehmen. Vier weitere folgten und das Projekt, das sich zum größten Sozialwerk der Welt entwickeln sollte, hatte Fuß gefasst. Zahlreiche weitere Spender und Unterstützer fanden sich und 1953 wurde das erste Kinderdorf in Dießen am Ammersee in Deutschland eröffnet. Zahlreiche weitere folgten in Asien, Südamerika und Afrika und heute stellen die SOS-Kinderdörfer auf allen Kontinenten Zufluchtsstätten für benachteiligte Kinder dar, die ihnen ein geborgenes und stabiles Familienleben ermöglichen.

Gmeiner starb 1986 in Innsbruck. Vorher übertrug er die gesamte Verantwortung für sein Lebenswerk seinem Nachfolger Helmut Kutin – ein Weggefährte Gmeiners, der selber in einem Kinderdorf aufgewachsen ist.

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